Der ultimative Leitfaden für den Übergang vom Stall zur Weide für Pferde
4
Min
Wie Sie Ihr Pferd im Frühling sicher wieder auf die Weide bringen
Endlich ist es soweit, die Weide darf wieder geöffnet werden und Ihr Pferd kann dem Horizont entgegen galoppieren: Frühling liegt in der Luft, Ihr Pferd darf auf die Weide!
Der Wechsel vom Stall ins Freie ist jedoch nicht einfach ein Fall von „Hopp, raus“ und abwarten, was passiert. Plötzliche Energieschübe, Herdenverhalten und Ihr Pferd, das sich wie ein wilder Mustang fühlt, können die Umstellung zu einer echten Herausforderung machen.
Hier sind einige Dinge, die Sie für einen reibungslosen, sicheren und fröhlichen Übergang für Sie, Ihr Pferd und Ihre Weide bedenken sollten:
Braucht mein Pferd eine Decke?
Wenn Ihr Pferd aus einem warmen Stall kommt, kann die frische Frühlingsluft eine Umstellung sein. Besonders wenn es windig oder nieselig ist oder Ihr Pferd gerade geschoren wurde oder schon etwas älter ist, kann eine dünne Decke nicht schaden. Sie können das Tragen einer Decke schrittweise reduzieren, wenn Ihr Pferd widerstandsfähiger wird.
Tipp: Wenn Sie sehen, dass Ihr Pferd zittert, eine gekrümmte Haltung einnimmt oder verspannte Muskeln hat, sind das Anzeichen dafür, dass ihm kalt ist.
Energieschub
Ein Pferd auf der Weide bewegt sich mehr und frisst jetzt auch frisches Gras... das sorgt für mehr natürliche Energie. Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihr ruhiger Langschläfer plötzlich viel mehr Energie zu haben scheint. Und das kann sich auf Ihre Trainingseinheiten auswirken!
Es kann auch das Gegenteil eintreten: Da sich Ihr Pferd jetzt aus eigenem Antrieb mehr bewegt, hat es vielleicht weniger Lust auf ein intensives Training.
Tipp:Reduzieren Sie die Intensität Ihres Trainings in den erstenWochen. Geben Sie IhremPferd die Zeit, sichsowohlkörperlich als auchgeistig an einenneuenRhythmus zu gewöhnen.
Die mentaleUmstellung von einemruhigenStall an die frischeLuft ist enorm. NeueGeräusche, Freunde, vielmehrPlatz, das Wetter und Insektenkönnen Ihr Pferdleichterablenken. Wenn Sie dannnoch an die Verdauung Ihres Pferdesdenken, die sich jetzt anpassenmuss... Es ist einguterZeitpunkt, die Messlatte etwas tiefer zu legen.
Tipp:Wählen Sie kürzereTrainingseinheiten, planen Sie aberruhigmehrdavon ein.
Herdenmanagement
Wenn Sie Ihr Pferd aus einemruhigenStall auf eineWeide voller neuer (oderalter) Freundestellen, ist die sozialeDynamik wieder back in business. Manchmalläuft es ruhig ab, manchmal mit etwasmehrDrama.
PferdemüssenihrenPlatz in der Hierarchie (neu) bestimmen, und das gehtnichtimmerohnedominantesVerhaltenwieeinenBiss oder Tritt ab.
Ein neues Herdenmitgliedsollteambestensicher mit einemZaundazwischeneingeführtwerden. So können die Pferdeeinandererstmalbeschnuppern, ohnedass es gleich zu körperlichwird.
Treten, Beißen oder sichgegenseitigherausforderngehörtdazu, Pferdemüssenherausfinden, wer der Boss ist. AberVorsicht: RechtzeitigesEingreifenverhindert, dass es außerKontrollegerät.
Sorgen Sie auch für ausreichendPlatz und mehrereTränken. So entstehtkeineKonkurrenz.
Erstellen Sie einenGrasplan
Ein sanfterÜbergang ist wichtig:
Tag 1-3: 10-15 Minuten auf der Weide
Tag 4-7: bis 30 Minuten
Woche 2: 1-2 Stunden
Woche 3: Du kannst bis zu 3-4 Stunden gehen, wennesgutläuft
Woche 4: Allmählich zur vollständigenWeidehaltungübergehen
Tipp: Gib deinem Pferdzuerst etwas Heu, bevor es grasen geht. So vermeidest du, dass es sich zu gierig auf das Grasstürzt.
Streifenbeweidung
EineweitereMöglichkeit, den Übergang auf die Weidesanfter zu gestalten, ist die Streifenbeweidung. Anstatt die gesamteWeide auf einmal zu öffnen und die Zeit im Auge zu behalten, gibst du ihnenStück für StückZugang zu frischemGras. So verhinderst du, dass dein Pferd sich sofortüberfrisst, und sie bekommenjedes Mal ein leckeres, frischesStückWeideserviert. Ideal für Pferde, die anfällig für Hufrehe sind oderschnellzunehmen. Auf dieseWeisebehältst du mehrKontrolle über ihreGrasaufnahme.
Auf dieseWeiseschützt du auch deine Weide, und sie hältlänger!
Tipp: Wenn dein Pferd dazu neigt, zu viel zu fressen oder anfällig für Hufrehe ist, kannst du auch eine Fressbremse in Betrachtziehen. Damit können sie die Sonne auf der Weidegenießen und mit der Herdesozialisieren, während die Menge an Gras, die siefressenkönnen, begrenztwird.
Fazit
Der Übergang vom Stall zur Weide ist nichteinfach, es ist einevollständigeLebensstiländerung. GibdeinemPferd etwas Zeit zur Eingewöhnung und behalte das Wetter, die Energie und die Stimmung in der Herde im Auge.
Mit etwas Geduld und Aufmerksamkeit hilfst du deinem Pferd, sich in dem grünenGras in Ruhe einzuleben, bereit für eine gesunde undfröhlicheWeidesaison!